Neubauten Luzern: Der Verkehr stösst ans Limit

Geplante Wohnüberbauungen in Luzern 

Bereits heute verursacht der tägliche Stau in Luzern Kosten in Millionenhöhe. Und in den kommenden Jahren wird es auf den Strassen noch enger werden. Nach Feierabend braucht es wenig, bis der Verkehr in der Luzerner Innenstadt zusammenbricht. «Die Hauptachsen in der Agglomeration Luzern sind überlastet», bestätigt Ernst Schmid, Gesamtverkehrskoordinator der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern.

Das heute schon hohe Verkehrsaufkommen könnte in absehbarer Zeit noch ansteigen. Denn in der Stadt Luzern entstehen in den nächsten Jahren zahlreiche neue Wohnüberbauungen (siehe Grafik). Der Kanton Luzern hat zahlreiche Strassenbauprojekte aufgegleist, um den Druck auf das Zentrum zu verringern (siehe Kasten). Allerdings nimmt deren Umsetzung Jahre in Anspruch, so weit ihre Finanzierung überhaupt gesichert ist.

Die Folgen der Überlastung spüren die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) schon heute. «Damit der Takt während der Hauptverkehrszeit aufrechterhalten werden kann, müssen auf dem ganzen Netz bis zu acht zusätzliche Fahrzeuge eingeplant werden», sagt VBL-Direktor Norbert Schmassmann. Er ortet politischen Handlungsbedarf: «Wir wünschen uns mehr politische Unterstützung bei der Realisierung durchgehender Busspuren.»

 

Das plant der Kanton Luzern


Mit diesen Projekten will der Kanton den Verkehr verflüssigen:

Seetalplatz
: Das Projekt sieht ein neues Verkehrsregime vor. Es entflechtet die Verkehrsströme und bevorzugt die Busse. Geschätzte Kosten: 115 Millionen Franken, Realisierung bis 2016.

Bypass: Ein neuer Autobahntunnel von Kriens Schlund bis zur Abfallverbrennungsanlage Ibach soll die Innenstadt und den Sonnenbergtunnel entlasten. Kosten: 1,45 Milliarden Franken, Finanzierung und Realisierung noch ungewiss.

Spange Nord: Die Zubringerstrasse führt vom Schlossberg via Friedental zum Autobahnanschluss Lochhof. Kosten: 50 Millionen Franken, Realisierung mit dem Bypass.

Ergänzt werden diese Grossprojekte durch 24 weitere Massnahmen des Aggloprogramms Luzern.

14.3.2011